GOOD BUY

Der letzte Kofferraumtrödel – hoffentlich nur für dieses Jahr – verabschiedet sich mit strahlendem Sonnenschein und viel Andrang. Schon vor dem Gelände war es schwer einen Parkplatz zu ergattern. Auf dem Gelände dann gewohnt gemühtliche Stimmung: bei Kaffee, Kuchen und Preisverhandlungen kursiert der dörfliche Austausch. 40 bis 50 Stände boten wieder Dinge an, die man nicht braucht, aber unbedingt haben möchte.
Die Versteigerung drohte auszufallen, musste aber stattfinden – alle hatten sich bereits mit dem kleinen Event angefreundet. Diesmal waren ich und der Sohn des Filmvorführers dran als Auktionatoren vor überschaubarem Publikum: Ein Euro hier, ein Euro da für eine alte Filmrolle (die Maria Schrader schon in Händen gehalten haben soll!), eine Luftmatratze für den Wummsee im Sommer, Schlittschuhe für den Wummsee im Winter, das Frisiergerät LD-11 aus VEB-Zeiten, ein Lichtschlauch und Bio-Topinambur-Schnapps.
Nach einem Jahr steht fest: der monatliche Trödel hat sich zu einer festen Größe in Zempow und Umgebung entwickelt. Die anfänglichen Bedenken »Da kommt doch keiner« wandeln sich in »Wann gehts weiter?«. Na hoffentlich nächstes Jahr im Mai – aber nichts genaues weiß man nicht und so wird wild spekuliert.

APFELFEST BEI LANDKUNSTLEBEN

An einem sonnig-goldenen Herbstsonntag verabschiedet sich LandKunstLeben mit dem alljährlichen Apfelfest vom Sommer. Die Hupe druckte allerlei Motive auf Beutel, Cappies und Shirts und die Expressionisten quetschen besten Saft aus ihrer mobilen Apfelpresse. Es war uns ein Vergnügen!

Irgendwann gerieht das Drucken ausser Kontrolle. Wir konnten nichts tun: Apfelfest? T-Shirt-Druck? Was ist naheliegender als Apfeldruck …

ABS

Das Anti-Blockiersystem der Langzeitarbeitslosen nennt sich Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaft. Diese wird vom Jobcenter beauftragt,  sich etwas auszudenken, um die Arbeitsunwilligen wieder arbeitswillig zu machen. Und wenn schon nicht für den ersten Arbeitsmarkt, dann zumindest für alle Märkte, die danach aufgelistet werden.

Der brandenburger Landesverband der Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaften rief am 9. und 10. September in Schwedt zur Veranstaltung »Soziales Unternehmertum« zusammen, um den eigenen Blick auf sinnvolle und gesellschaftlich relevante Tätigkeiten zu schärfen. Verschiedene Ansätze sozialen Unternehmertums wurden eingeladen sich zu präsentieren und Alternativen zum festgefahrenen Anleiter(aktiv)-Teilnehmer(passiv)-Verhältnis aufzuzeigen. Führt nicht die Beteiligung aller Mitwirkenden an den Schaffungsprozessen (»Was möchtet ihr?« anstatt »Das müsst ihr machen!«) zu mehr sinnerfüllter Tätigkeit und damit zu mehr Identifikation, Motivation und Selbstvertrauen? Drückt sich Erfolg und Effizienz eines Unternehmens nicht auch durch eine soziale Komponente aus?  Soziales Engagement als Marke und mehr Zufriedenheit für alle?

Insgesamt waren es sehr gut organisierte zwei Tage und wir profitierten von einem anregenden Mix aus Workshops, Messeständen und Diskussionen. Unter anderem waren mit dabei be able, heidenspassquartiermeister, leMAT, otelo und die hupe – leider niemand von den LAL, den Langzeitarbeitslosen, über die die ganze Zeit gesprochen wurde …

Bei uns zu sehen: Hupe-Diashow im Autokino.

EINJÄHRIGES

Der Kofferraumtrödel feiert sein Einjähriges und man kann sagen: er hat laufen gelernt. Fröhlich und munter tapst er in die Richtung, die die Familie vorgibt.

Bisher der vollste und best besuchteste Trödel! Die Versteigerung brachte Spaß und Geld, sowie eine Heizdecke, einen Dampfreiniger, Utas alte Brille und diverse andere Kostbarkeiten unter die Besucher.

HEIDETOUR

Die Friedensscheune in Zempow bietet seit diesem Jahr Tagestouren in die
Freie Heide an. Mit einem Vortrag über den zivilen Widerstand am Vormittag und einem höcht bekömmlichen Mittagssnack bei Evelyn, geht es am Nachmittag mit dem Kremser in die Heide. Alle Fahrten müssen offiziell angemeldet und genehmigt werden, denn es ist immer noch illegal, das Gelände zu betreten. Ein Feuerwerker muss die Tour begleiten, um den Entdeckungsdrang der Mitreisenden für Monitionsreste und Blindgänger in Schach zu halten.

Und dann die Heide: lila blühend, weit, vielseitig. Der Entdeckungsdrang ist geweckt und die gradlinige Fahrt auf der südlichen Landebahn (bei Neuglienike) kann ihn bei weitem nicht stillen. Wir picknicken auf dem »Sielmanhügel« (wo man den Kremser endlich mal verlassen darf) und besichtigen eine Hochsitzmanufaktur. Interessante Begleiterscheinungen: sogar Imker aus der Lüneburger Heide bringen ihre Bienenstöcke aufgrund der guten Blütequalität hierher, es gibt Hirschkuhherden mit bis zu 70 Tieren und der einsame Wolf wird mit aufgestellten Kameras »geblitzt«.

Verzeihung: Ich konnte es einfach nicht lassen, aber dieses sensibel gestaltete Hinweisschild musste fotografiert und auf den Blog gestellt werden.

AN EINEM SONNTAG IM AUGUST

Der Blick in die Vergangenheit scheint manchmal die Sicht in die Zukunft zu versperren und so krallten sich einige Kandidaten auch beim diesmaligen Trödelmarkt wieder gerne an überholte Dinge: die DDR als Ideal, das dritte Reich als Stärkeversprechen, dazu Schlagermusik und die Welt ist wieder in Ordnung.
Rund 32 Stände bestückten das Gelände, das Wetter war gut, die Atmosphäre entspannt und es gab auch diesmal wieder anregende und interessante Dinge zu entdecken, die der bisweilen vergangenheitsgetränkten Sehnsucht einen wichtigen Gegenentwurf liefert.

SCHIRMWETTER

Zempow – die Sonne brennt! Endlich das erhofft gute Wetter für einen äußerst gelungenen Kofferraumtrödel. Es gab so viele Stände wie noch nie – nur die Besucherzahl war verhältnismäßig gering. Hat das Sommerloch alle verschluckt?