Monthly Archives: September 2013

ABS

Das Anti-Blockiersystem der Langzeitarbeitslosen nennt sich Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaft. Diese wird vom Jobcenter beauftragt,  sich etwas auszudenken, um die Arbeitsunwilligen wieder arbeitswillig zu machen. Und wenn schon nicht für den ersten Arbeitsmarkt, dann zumindest für alle Märkte, die danach aufgelistet werden.

Der brandenburger Landesverband der Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaften rief am 9. und 10. September in Schwedt zur Veranstaltung »Soziales Unternehmertum« zusammen, um den eigenen Blick auf sinnvolle und gesellschaftlich relevante Tätigkeiten zu schärfen. Verschiedene Ansätze sozialen Unternehmertums wurden eingeladen sich zu präsentieren und Alternativen zum festgefahrenen Anleiter(aktiv)-Teilnehmer(passiv)-Verhältnis aufzuzeigen. Führt nicht die Beteiligung aller Mitwirkenden an den Schaffungsprozessen (»Was möchtet ihr?« anstatt »Das müsst ihr machen!«) zu mehr sinnerfüllter Tätigkeit und damit zu mehr Identifikation, Motivation und Selbstvertrauen? Drückt sich Erfolg und Effizienz eines Unternehmens nicht auch durch eine soziale Komponente aus?  Soziales Engagement als Marke und mehr Zufriedenheit für alle?

Insgesamt waren es sehr gut organisierte zwei Tage und wir profitierten von einem anregenden Mix aus Workshops, Messeständen und Diskussionen. Unter anderem waren mit dabei be able, heidenspassquartiermeister, leMAT, otelo und die hupe – leider niemand von den LAL, den Langzeitarbeitslosen, über die die ganze Zeit gesprochen wurde …

Bei uns zu sehen: Hupe-Diashow im Autokino.

EINJÄHRIGES

Der Kofferraumtrödel feiert sein Einjähriges und man kann sagen: er hat laufen gelernt. Fröhlich und munter tapst er in die Richtung, die die Familie vorgibt.

Bisher der vollste und best besuchteste Trödel! Die Versteigerung brachte Spaß und Geld, sowie eine Heizdecke, einen Dampfreiniger, Utas alte Brille und diverse andere Kostbarkeiten unter die Besucher.

HEIDETOUR

Die Friedensscheune in Zempow bietet seit diesem Jahr Tagestouren in die
Freie Heide an. Mit einem Vortrag über den zivilen Widerstand am Vormittag und einem höcht bekömmlichen Mittagssnack bei Evelyn, geht es am Nachmittag mit dem Kremser in die Heide. Alle Fahrten müssen offiziell angemeldet und genehmigt werden, denn es ist immer noch illegal, das Gelände zu betreten. Ein Feuerwerker muss die Tour begleiten, um den Entdeckungsdrang der Mitreisenden für Monitionsreste und Blindgänger in Schach zu halten.

Und dann die Heide: lila blühend, weit, vielseitig. Der Entdeckungsdrang ist geweckt und die gradlinige Fahrt auf der südlichen Landebahn (bei Neuglienike) kann ihn bei weitem nicht stillen. Wir picknicken auf dem »Sielmanhügel« (wo man den Kremser endlich mal verlassen darf) und besichtigen eine Hochsitzmanufaktur. Interessante Begleiterscheinungen: sogar Imker aus der Lüneburger Heide bringen ihre Bienenstöcke aufgrund der guten Blütequalität hierher, es gibt Hirschkuhherden mit bis zu 70 Tieren und der einsame Wolf wird mit aufgestellten Kameras »geblitzt«.

Verzeihung: Ich konnte es einfach nicht lassen, aber dieses sensibel gestaltete Hinweisschild musste fotografiert und auf den Blog gestellt werden.